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Lübeck,
1.6.2026
Baufertigstellungen 2025
Thomas Klempau, DMB Mieterverein Lübeck

Laut Statistikamt Nord
wurden 2025 insgesamt 681 Wohnungen in Lübeck fertig gestellt. Die
historische Zeitreihe der amtlichen Bautätigkeitsstatistik des
Statistikamts Nord lässt erkennen, dass Lübeck nach einer Phase mit
hohen Baufertigstellungen von über 1.000 Wohnungen im Jahr 2020
inzwischen mit einer Baukrise zu kämpfen hat. In diametral gegenläufiger
Entwicklung zum starken Rückgang bei den Baufertigstellungen verzeichnet
das Melderegister den höchsten Bevölkerungsstand in der Hansestadt seit
über 40 Jahren. Nach Abzug von Bauabgängen durch Abriss, Umwidmung oder
Zusammenlegung von Wohnungen, die in den Brutto-Zahlen der amtlichen
Statistik enthalten sind, geht der Netto-Zugang in den vergangenen
Jahren stetig zurück und betrug in 2025 bestenfalls 350 Wohnungen. Damit
bestätigt sich auch in Lübeck der landesweite Trend sinkender
Baufertigstellungen durch gestiegene Baukosten und Zinsen, fehlende
Bauanreize und einer fehlenden Entschlossenheit bei Politik und
Wohnungsmarktakteuren, die Ärmel hoch zu krempeln und anzupacken, um die
sich immer weiter ausbreitende Wohnungsmarktkrise zu stoppen,
bezahlbaren Wohnraum zu sichern und Mieterhaushalte vor Verdrängung zu
schützen.
Nach Angaben des Deutschen
Mieterbundes fehlen bundesweit rund 1,4 Mio. Wohnungen. In Lübeck sind
es
nach unseren Berechnungen mindestens 8.500 Wohnungen. Wenn es im
aktuellen Lübecker Wohnungsmarktbericht (aus Mai 2025) heißt, dass bis
zum Jahr 2040 etwa 4.500 zusätzliche Wohnungen benötigt werden, ist das
in zweierlei Hinsicht unzutreffend: Zum einen werden mindestens 8.500
Wohnungen benötigt und zum anderen nicht erst bis zum Jahr 2040, sondern
sofort. Seit 2015 sind die Angebotsmieten in der Hansestadt
um 71 Prozent gestiegen. Damit hat Lübeck im bundesweiten Ranking
hinter Berlin den zweiten Platz belegt, was sämtliche Alarmglocken zum
Schrillen bringen sollte. Schon jetzt ist absehbar, dass der Bestand an
Sozialwohnungen, der mindestens 13.000 Einheiten betragen müsste und
laut Bürgerschaftsbeschlusslage 10.000 Einheiten betragen soll, von
derzeit 7.800 Einheiten bis zum Jahr 2030 auf 5.600 Einheiten
abschmelzen wird. Jeder dritte Mieterhaushalt ist mittlerweile
durch hohe Wohnkosten
überlastet und was macht der Bund: das Bundesbauministerium plant im
Zuge der Haushaltsaufstellung für das Jahr 2027 massive Einsparungen
beim Wohngeld um 1 Mrd. Euro, was einer Kürzung des Wohngeld-Budgets um
40 Prozent entspricht. Dieses Vorhaben würde potenziell rund 1,2 Mio.
Haushalte treffen, vor allem Familien, Alleinerziehende und Rentner mit
geringem Einkommen. Rosige Aussichten sind das alles nicht!
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